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Wie blöd macht das Internet? 20.8.2008
 


In unserem heutigen Bericht prüfen wir die im Spiegel aufgestellte Behauptung, es sei das Internet, das dumm macht.
Relativ leicht lässt sich nachweisen, dass das Internet unsportlich macht. In China ist das Internet weitgehend gesperrt, und wer räumt bei Olympia am meisten ab? Genau, die Chinesen.

Schwieriger wird es bei der Beurteilung ihrer intellektuellen Leistungen. Dieser Wettbewerb findet auf dem Weltmarkt statt. Auch hier sind die Chinesen im Wachsen begriffen, stehen aber in dem Ruf, nur zu kopieren. Dies muss aber gar kein Zeichen für mangelnde Geisteskraft ein, sondern kann gerade für eine besonders hohe Schlauheit sprechen; statt den Anwälten Futter für Rechtsstreitigkeiten über Patente und Urheberrechte zu geben, arbeitet man lieber an der Herstellung nachgemachter Produkte, also sehr effizient. Allerdings wird hierfür auch das Internet in Anspruch genommen.
Bei uns wird das Internet legal hauptsächlich zu Kommunikation und Unterhaltung genutzt, genauer gesagt zur Vermeidung von beidem. Man braucht einander nicht mehr zu begegnen, sondern kann einfach die Persönlichkeitsprofile in Kontakt treten lassen. Der Vorteil liegt darin, dass man sich selbst besser darstellen kann, als man es bei unmedialem Zusammentreffen über längere Zeit hin durchhalten könnte, und zudem darin, dass man nur nette Leute kennenlernt. Man kann sogar selbst festlegen, was man unter nett verstehen möchte; das Spektrum reicht von Nett bis Übel.
Wer üble Typen sucht, findet leichter welche als draußen, wo sie sich weniger angenommen fühlen. Die üblen Typen brauchen sich also weniger zu verstellen, was zu einer geringeren Notwendigkeit des intellektuellen Aufwands führt.
Die Leute, die sich als nett darstellen möchten, geben sich dazu am besten auch etwas weniger intellektuell, was bekanntlich langfristig zu einer Anpassung oder zumindest Annäherung an das vermittelte Bild führt.
Die Nutzung des Internets zu Unterhaltungszwecken wird wohl nicht gerade dumm machen, aber ziemlich sicher dumm lassen. Es gibt keine Quotenmessungen, aber es wäre sehr optimistisch anzunehmen, dass alle anderen, die gerade nicht Fernsehen gucken, ins Internet gehen, um was Besseres zu suchen. Wahrscheinlicher ist, dass die Leute, die von den ARD-Liebeskomödien überfordert sind, sich etwas ihnen Gemäßes suchen. Man kann festhalten: Das Netz macht nicht dumm, es vernetzt nur die Dummheit.


 





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