AKTUELL    GESCHEHEN    SALON    LEBEN  
   pardon Archiv  |   Impressum  |   Kontakt  



SALON  Start  Zurück | Zum nächsten Artikel 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Vampire 24.5.2009
 


Auf den Bestsellerlisten sowie in Fernsehserien zeichnet sich der Trend ab, eine bislang vernachlässigte Randgruppe in das Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken, nämlich Vampire. Dass derzeit diese Randgruppe aus niemandem besteht, sollte eine untergeordnete Rolle bei der Bewertung der gesellschaftlichen Relevanz spielen, da eine geringe Anzahl an Mitgliedern nur etwas über die Wachstumspotentiale aussagt.
Es ist zu erwarten, dass die Thematisierung in den Medien immer mehr Menschen dazu anregen wird, sich mit diesen Mitwesen zu identifizieren. Einen Übertritt zum Vampirismus kann man ihnen nicht verwehren, solange sie sich an die Gesetze halten oder die Gesetze auf politischem Wege anpassen wollen. Daher empfiehlt es sich, die Bewegung als Partei oder Bürgerinitiative zu organisieren. Das Programm sollte darauf abzielen, Benachteiligungen und Vorurteile abzubauen. Die in der Gesellschaft herrschende Ablehnung von Vampiren gründet sich auf nichts anderes als Vorurteile, die ihren Ursprung in der Phantasie haben, da sie wohl kaum durch Erlebnisse mit echten Vampiren entstanden sein können.

Im Anwachsen der Vampirbewegung liegt deshalb für die Mehrheitsgesellschaft die Gelegenheit, ihre Toleranz zu erhöhen. Derzeit stellt die Toleranz kaum noch eine Herausforderung dar. Wer seine Toleranzfähigkeit zur Schau stellen möchte, muss schon nach Gelegenheiten mühsam suchen, erst recht, wer sie unter Beweis stellen will. So kommt es zu der Ersatzhandlung, die Intoleranz anderer ausfindig zu machen und anzuprangern, worin gewiss ein wichtiger Beitrag zum eigenen Wohlbefinden besteht, was aber in der Außenwirkung dürftig bleibt. Die Begegnung mit den Vampiren, auch wenn es sich lediglich um konvertierte Vampire handelt, verlangt die Bereitschaft zum ernst gemeinten Dialog, der auf beiden Seiten die Kultur der Offenheit befördert. Denn Vampire sind keineswegs so, wie sie in manchen Romanen und Fernsehserien dargestellt werden. Auch sie haben das Recht, so akzeptiert zu werden, wie es ihrem Selbstbild entspricht.

Es liegt nahe, dass Leute, die etwas dagegen haben, auch sonst nicht viel taugen und nicht auf der Höhe der Zeit leben. Es ist gut, dass man sie dann endlich erkennen kann.


 





*  Fair
*  Selbst erfunden
*  Ausstehender Kalauer: Monstertruck
*  Ben Affleck als Batman
*  Die gute Nachricht
*  Kalenderblatt


  AKTUELL    GESCHEHEN    SALON    LEBEN  
   pardon Archiv  |   Impressum  |   Kontakt  
Pardon Magazin
Online-Satirezeitung