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Islamkonferenz 1.7.2009
 


Den frappierenden Mangel an Islamkonferenzen konnte auch die jüngste Islamkonferenz nicht beheben, ebensowenig die vielen Benachteiligungen und Beleidigungen, denen die Mitglieder unserer Partnerreligion durch die Mehrheitsgesellschaft ausgesetzt sind. Ihre Zahl wird auf inzwischen 4,3 Millionen geschätzt, dabei werden auch diejenigen mitgezählt, die eigentlich diese Angelegenheit hinter sich lassen wollten, nun aber aufgrund einer solchen Zahl dazu angehalten sind, sich die Sache doch noch mal zu überlegen.
Unsererseits wird immer von Dialog der Religionen und Kulturen gesprochen, was zwei Anmaßungen beinhaltet. Zum einen meinen diejenigen, die dies fordern, damit meistens, dass andere diesen Dialog führen sollen; selten hört man jemanden berichten: »Letztens habe ich mit dem Islam gesprochen. War interessant, da gehe ich wieder hin.« Zum anderen wird dabei völlig ausgeblendet, dass diese Vorstellung von Dialog einer rein westlichen Tradition entspringt und ein geradezu jüdisch-christliches bis aufgeklärtes Menschenbild voraussetzt, so dass überhaupt nicht klar ist, ob man den anvisierten Dialogpartnern so einen Brauch überstülpen kann. Gefragt worden sind sie jedenfalls nicht. Man zwingt sie also dazu, sich zu verbiegen, nur um politisch wahrgenommen zu werden. Diese arrogante Behandlung ist nicht zu verantworten.
Wolfgang Schäuble strebt die Gleichstellung des Islam mit den Kirchen an. Auch dies ist als Demütigung aufzufassen. Die Kirche hat kaum noch was zu melden, die stärkste Präsenz haben Pfarrer und Papst in Karikaturen. Will Schäuble den Islamvertretern so etwas zumuten?
Die Idee von Unterricht und Studium des Islam auf Deutsch klingt erst einmal fortschrittlich, doch sobald sich die Schule eines Stoffes annimmt, sinkt das Interesse. Ebenfalls ist von verbeamteten Professoren wenig Relevantes zur gesellschaftlichen Entwicklung zu erwarten.
Wie wir sehen, dient die Bekundung von Toleranz weniger den Objekten der Toleranz als den Tolerierenden, die sich als die Mehrheit und somit dominierend fühlen können. Zwar wird alles unternommen, um diesen Eindruck zu vermeiden und so zu tun, als hätten wir zum Austausch der Kulturen gar nichts beizutragen, doch liegt gerade darin ein Beleidigungspotential, das zum Glück noch nicht vollständig erkannt wurde.


 





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