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Fortsetzungsgeschichte 6.9.2009
Folge 8
 



Die landeseigenen Terroristen waren so ausgepowert wie alle. Von denen war höchstens noch ideologische Unterstützung zu bekommen, aber wer braucht so was noch. Ins kollektive Unterbewusstsein hat sich aus deren Zeit nur eingeprägt, den Staat als fremde Macht anzusehen, der eigentlich keine Legitimität besitzt und immer weiter überwachen will, gegen den man aber nichts machen kann, weil das zu anstrengend wäre. Ich konnte meinen Jungs daher die Perspektive geben, ohne eigene Verantwortung die Gesellschaft umzustürzen. Sie nahmen mir ab, für Frieden und Gerechtigkeit zu kämpfen. Wie arm. So was geht wirklich nur in der amerikanisch dominierten Hemisphäre. Nachwuchsterroristen zu rekrutieren, kann ganz schön frustrierend sein, aber ich durfte mir nichts anmerken lassen. Man hat es durchweg mit Losern zu tun. Andererseits gibt es davon genügend.
 
 

 
 
Diese verwöhnten Weltoberschichtsdeppen leiden unter ihrem schlechten Gewissen und sind auf der Suche nach Gelegenheiten, ihre gute Gesinnung zu demonstrieren. Um sie zu radikalisieren, flogen wir über den Flughafen Ben Gurion, wo sie von den Sicherheitskräften kontrolliert wurden. Diese Erfahrung von faschistischer Willkür genügte als Traumatisierung, die das Motiv zur Befreiung der Welt begründete.
 
 

 
 
Ich sprach: Fürchtet euch, denn sehet, ich habe schreckliche Botschaft. Diese Typen haben nie gelernt, zwischen Angst und Schuldgefühlen zu unterscheiden, geschweige denn, sich zu behaupten.
 
 

 
 
Ich war für sie der Beschützer. Ich garantierte zwar nur den Schutz vor mir selbst, aber da ich ja die größte Gefahr für sie darstellte, genügte ihnen das.
 
 

 
 
Bald drückten sie ihre Sehnsucht aus nach etwas, das ihre innere Leere ausfüllen könnte. Als ob der Selbstmordanschlag nicht ausreichen würde. Ich schuf eine Struktur, indem ich die Versager in untere, tiefere und noch tiefere Versager aufteilte, was ihnen die Perspektive des Aufstiegs zum Versager gab. Außerdem fuhren sie voll darauf ab, mit jedem Handy immer nur einmal zu telefonieren und es danach wegzuwerfen, um den Ermittlungsbehörden voraus zu sein. Geht ganz schön ins Geld, natürlich in meins. Jeder Kämpfer bekam seinen eigenen Star-Auftritt im Internet-Video. Wer das Internet beherrscht, beherrscht die Welt. Dummerweise wollten immer mehr Kämpfer lieber an der Erstellung der Droh-Botschaften arbeiten, als selbst zum Gegenstand der Verübung zu werden.
 
 

 
 
Einen herben Rückschlag für die Moral der Truppe brachte die Nachricht, dass der chinesische Sprengstoff mit Schwermetallen verunreinigt war. Blöd. Ich musste neue Lieferanten finden.
 
 

 
 
Der Bio-Sprengstoff ist vollständig abbaubar und setzt nur so viel Kohlendioxid frei, wie zu seinem Anbau verbraucht worden war, dafür muss man für die gleiche Sprengkraft die achtzehnfache Menge einsetzen.
 
 

 
 
Der Beschluss zum Umzug nach Afghanistan sorgte für viel Wirbel. Die Funktionäre setzten den Doppelwohnsitz durch. Diese Aufteilung der Behörden brachte nur Verwaltungsaufwand, war aber nötig, um den Kämpfern unnötige Ablenkungen zu ersparen. Die Genehmigung zum Ausbau der Höhlen wurde gestoppt, als Öko-Aktivisten entdeckten, dass in der Höhle die geschützten Fledernacktmulle wohnten.
 
 

 
 
Erst, nachdem ich diese Spezies ausgerottet hatte, konnte der Bau beginnen. Fortsetzung folgt


 





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