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Fortsetzungsgeschichte 11.9.2009
Folge 9
 



Eine große Organisation bringt erheblichen Verwaltungsaufwand mit sich. Aber es gibt keine unwichtigen Dinge. Antrag von Günter Wallraff, doch nicht umgebracht zu werden. Abgelehnt! Überhaupt, der Aufwand durch die Selbstverwaltungsgremien. An der Basis begann es zu grummeln, obwohl weltweit das Anschlagsgeschäft großartig lief. Die Ausbildung zum Schläfer weckte Erwartungen auf Aktionen, deren Planung viel mehr Zeit verlangte, als die Geduld der Jungs zu strapazieren war. Ich schrieb allen nette Sachen in ihr Poesie-Album, was natürlich das echte Paradies nicht ersetzen konnte. Ist ja nicht so, dass ich kein Verständnis hätte für die Trottel. In der Gruppe gründeten sich kritische Plattformen, die mehr Mitbestimmung einforderten. Ich hatte sie selbst initiiert, um die Leute bei Lauen zu halten.
 
 

 
 
Der 11. September 2001 verschaffte mir einen Achtungserfolg. Meinen Kämpfern, die außer den von mir verfassten Parolen keine Informationsquellen haben, konnte ich die Sache so darstellen, als sei ganz New York dem Erdboden gleichgemacht und das Weiße Haus in Schutt und Asche gelegt worden. Dabei waren es nur die zwei am leichtesten zu treffenden Bauten, die von einer Splittergruppe dummerweise auch noch als Säulen des Himmels verehrt worden waren. Um die Moral der Truppe zu erhalten, engagierte ich Live-Acts wie Yvonne Catterfeld. Die Kämpfer sollen sehen, wogegen sie kämpfen.
 
 

 
 
Mich beschlich allmählich das Gefühl, nur noch eingefahrene Wege zu beschreiten. Es hätte über mich heißen können: Jetzt wiederholt er sich. Ich selbst bin mein schärfster Kritiker. Dafür sorge ich schon.
 
 

 
 
Die Produktion von Verbrecherbedarfsartikeln hatte Konjunktur. Herstellung und Versand von stumpfen schweren Gegenständen sowie handgeknetetem Plastiksprengstoff brachten gute Umsätze. Doch ich fühlte, etwas revolutionär Neues muss her. Die Grundlagenforschung steckte noch in den Kindersandalen. Eine terroristische Anwendung des Bose-Einstein-Kondensates lag in weiter Ferne, Dunkle Materie war zwar ausreichend vorhanden, doch auf eine Technologie für ihren Einsatz mochte ich nicht warten. Es blieben Kernspaltung und Kernfusion, also eher traditionelle Kräfte. Ihr Gebrauch zu terroristische Zwecken wäre wenigstens der radikale Impuls einer Überwindung bestehender Grenzen.
 
 

 
 
Aus sowjetischen Restbeständen ließen sich Raketen montieren. Für ihren Abschuss hätten sich aber mehr Selbstmordattentäter sprengen müssen, als in den Tank passten. Mahmud Achmadinedschad fand, man solle das vorhandene spaltbare Material lieber zum Krieg einsetzen als zum Terror, um nicht weiter an der Spirale der Gewalt zu drehen. Er hat gut Reden, er ist Staatsbeamter und klammert sich an feste Vorschriften. Den Wettlauf um Superkräfte durfte Amerika auf keinen Fall gewinnen, obwohl es nach einem vorläufigen Rückstand für unsere Seite aussah.
 
 

 
 
Die Bat-Technologie erwies sich als bedingt einsatztauglich, sie gab dem Benutzer ein gutes Gefühl, noch einmal ernstgenommen zu werden kurz vor der Explosion. Eine Autobombe im Bat-Mobil zu zünden, funktionierte, doch der Verlust des Wagens stellte sich als ein zu hoher Preis heraus.
 
 

 
 
Die Superkräfte von Elasto ließen sich mit mechanischen Trainingseinheiten erzeugen, in der Praxis aber wogen die Vorteile nicht die Behinderungen auf, die sie für den Inhaber ergaben.
 
 

 
 
Der Biss einer radioaktiven Spinne verleiht auch Superkräfte, wie allgemein bekannt ist. Der Freiwillige, der sich der Behandlung unterzogen hatte, mutierte tatsächlich und bildete Eigenschaften einer Spinne aus, fand bald aber keinen Gefallen mehr daran und verhielt sich äußerst undankbar.
 
 

 
 
So kam ich auf die Idee zu dem Experiment, aus einer Echse Godzilla zu machen. Ich ließ in Pakistan eine Atombombe testen und einen Komodo-Waran der Strahlung aussetzen.
 
 

 
 
Fortsetzung folgt


 





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