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Nobelpreis 22.10.2012
 


Kritiker wenden ein, die EU wäre allenfalls Folge des Friedens auf ihrem Territorium und nicht Verursacher, wie dem auch sei, der Friedensnobelpreis ist redlich verdient, denn die Mitgliedsstaaten führen unbestreitbar keinen Krieg mehr gegeneinander. Das können nicht einmal die Bundesstaaten der USA von sich behaupten nach ihrem Bürgerkrieg. Ein Staatenbund ist also allein noch kein Garant für Frieden. So gesehen hätte auch die Bundesrepublik Deutschland die Auszeichnung verdient, denn die Bundesländer haben eine nicht minder kriegerische Vergangenheit überwunden, wobei die Bundeswehr einem bayerischen Heer, das gegen den Länderfinanzausgleich zu Felde zöge, nicht viel entgegenzusetzen hätte. Auch hatten die Sowjetrepubliken in äußerst friedlicher Koexistenz zusammengelebt, ohne dass die Sowjetunion deshalb den Friedensnobelpreis erhalten hätte. Vielleicht lässt sich diese Unterlassung noch nachträglich beheben, oder man kann den Friedensnobelpreis für Gorbatschow dahingehend auslegen.
Die Friedlichkeit der EU erweist sich aber auch anhand des Preises selbst. Die Empfängerstaaten geben sich bisher zurückhaltend mit Forderungen hinsichtlich des Preisgeldes. Sogar Guido Westerwelle hält sich mit der Demonstration von Bescheidenheit zurück, die er im Verzicht auf einen bestimmten Anteil an der Beute beweist.
Dennoch zeigt sich ein Dilemma. Teilt man das Geld gleichmäßig unter allen Bürgern auf, hat niemand etwas davon. Erst bei einer ungerechten Verteilung an einige wenige sind diese beglückt. Nur, wenn diese Beglückung größer ist als die dadurch ausgelöste Unzufriedenheit der Übrigen, sollte man es so handhaben.
Die Europäische Union hat aber noch weitere Preise verdient, darunter natürlich den Nobelpreis für Wirtschaft wegen ihrer Fähigkeit, Geld durch Verschuldung zu vermehren. Mit der Filmförderung hat sie sich zweifellos Verdienste erworben, die einen Oscar für das Lebenswerk einbringen müssen. Nicht zu vergessen ist der Karlspreis für die Europäische Einigung; wer, wenn nicht die EU, hätte den verdient, und der Euro hat ihn schon. Dass viele normale Menschen die EU nicht verstehen, sollte Grund sein für die Verleihung des Adorno-Preises.
Für die herrschende Sprachverwirrung muss mindestens der Bachmann-Preis drin sein.


 





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