Aschheim – Nach einem der größten Aktienstürze in der Geschichte des DAX wurde der am Freitag zurückgetretene Wirecard-Chef Markus Braun inzwischen festgenommen. Er habe sich am Montagabend gestellt, teilte die Staatsanwaltschaft München am Dienstag mit. Derweil gehen viele Anleger an die Decke. Dabei handelt es sich alles nur um ein Missverständnis, erklärte das Dax-Unternehmen.

Kurz vor seinem Rücktritt sagte Braun: „Ich verstehe die Aufregung nicht. Wir haben immer gesagt, dass unser Hauptziel das bargeldlose Zahlen ist. Heute sind wir einen Meilenstein weitergekommen: Millionen unserer Kleinanleger sind ihr Bargeld los“ erklärt Braun mit einem süffisanten Grinsen auf einer Pressekonferenz, die zuvor 23 mal verschoben wurde. „Hat denn hier niemand unsere Geschäftsziele gelesen? Wir wollen dafür sorgen, dass es weniger Bargeld gibt“. Unklar ist, ob Braun dieses Statement aus Aschheim oder von den Cayman Islands gab.

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Die Unternehmenssprecherin versuchte im Anschluss noch einen weiteren Fahrplan darzulegen: „Wir werden nach KPMG und EY jetzt PwC beauftragen, eine Untersuchung durchzuführen. Wir sind uns ganz sicher, dass wir ein uneingeschränktes Testat erhaltet werden. Also jetzt kräftig wieder Aktien nachkaufen, am liebsten mit Bargeld“, sagte sie, während erkennbar ein Auge von ihr zum Zwinkern angesetzt hat.

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Um die tobenden Kleinanleger zu beruhigen, will Wirecard außerdem mit einem neuen Aufsichtsrat für Ruhe sorgen. In dem ersten Statement gibt der designierte Aufsichtsratsvorsitzender Jonny Cash-Away gleich eine neue Zielrichtung vor: „Bargeld-Betrüger haben im Finanzdienstleistungsgeschäft nichts zu suchen. Wir spielen mit offenen Karten.“ Derweil meldete sich überraschend ein Pardon-Leser bei der Redaktion: Er habe gerade beim Aufräumen auf dem Dachboden zwei Milliarden Euro gefunden und könnte seitdem „gut nachvollziehen, dass bei einem so agilen Unternehmen auch mal ein gewisser Betrag verlegt wird. Das sollte man nicht gleich skandalisieren.“ (VAL)