Provokation: BER-Chef Flughafenchef Lütke Daldrup präsentiert den fast fertigen Airport, Foto: Picture Alliance

Am Wochenende will Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup nach acht Jahren Verzögerung endlich den neuen Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) eröffnen – doch in letzter Minute flattert ihm eine Klage des Landes Berlin und der Berliner Touristikunternehmen auf die Startbahn. Die hat es in sich: Sollten die Kläger Recht bekommen, muss der Flughafen vor der für Samstag geplanten Inbetriebnahme geschlossen werden.

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Inhalt der Klage: Der Berliner Senat, einer der Bauherren des Milliardenprojekts, wirft Daldrup vor, die letzte internationale Attraktion der Hauptstadt zu zerstören – nämlich einen Flughafen, der weltweit zur Satire animiert, weil es bislang sicher zu sein schien, dass er nie fertig werde. Eigentlich sollte der Airport, für den der Spatenstich 2006 erfolgte, seit 2011 in Betrieb sein. Die Gewissheit, dass der BER zur andauernden Lachnummer wird, scheint nun binnen weniger Tage widerlegt zu werden – und damit dürfte das weltweite Interesse an Berlin rasch abnehmen. Berliner Touristikunternehmen haben sich der Klage angeschlossen.

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„Dit is blöd“, schimpft Werner K. Norke, Vorsitzender des Berliner Hotelierverbandes. „Wer hat künftig Interesse, nach Berlin zu reisen? Berlin, das war bisher der Flughafen, der nie fertig wird. Was bleibt jetzt an Sehenswürdigkeiten, die cool sind? Das Brandenburger Tor ist uralt und längst jedem bekannt. Und die größte Dichte an Tempo-30-Zonen, wegen Klima, wegen Straßenschäden, wegen Lärmschutz, wegen Wir-mögen-Autos-nicht, will nicht jeder sehen!“

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Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) „könnte im Strahl kotzen“, wie er Pardon sagte: „Natürlich gibt es in Berlin den Gendarmenmarkt oder drei Opernhäuser oder den Kotti mit der buntesten Drogenszene Europas. Aber wenn über Berlin auf Partys gesprochen wurde, ging es immer nur um den BER. Das ist jetzt bald vorbei. Herr Lütke Daldrup sollte sich schämen, seine Eile gefährdet Tausende Arbeitsplätze in der Touristikbranche.“

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Berlin, Brandenburg und der Bund hätten statt der ursprünglich veranschlagten zwei inzwischen sechs Milliarden Euro in das Projekt mit der Ewigkeitsaura investiert, „und wenn da jetzt plötzlich ein Flughafen draus wird, war das eine bescheuerte Investition“, so der Sozialdemokrat. „Der BER hat Berlin zur Witzfigur gemacht, solange es immer weitere Verzögerungen gab. Bald wird uns keiner mehr verspotten. Und danach jeder vergessen. Das Gericht muss uns retten!“

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Müller erinnert daran, dass Berlin zwei international erfahrene Krisenagenturen beschäftigt hatte, die alle paar Monate eine neue „Baukrisen“ für die Medien erfanden, um eine weitere Bauverzögerung glaubhaft zu machen. „Gern haben wir die Brandschutztechnik als Mangel benannt. Dass sich die Türen angeblich nicht öffneten, war auch so ein Evergreen für die Medien. Und dann ging es um die Gepäckabfertigung. Oder darum, dass der verantwortliche Bauleiter nie auf der Baustelle war, weil er daheim an einer Doktorarbeit schrieb.“ Der Regiermeister lächelt versonnen in sich hinein: „Meine Güte, hatten wir einen Spaß, wenn wir uns diese vielen Mängel ausdachten. Und die Öffentlichkeit hat brav mitgemacht und so getan, als glaube sie das alles. Irre, oder? Kein Bauherr wäre doch so doof, sich so viele Fehler in Folge zu leisten.“

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Der grüne Koalitionspartner in der rot-rot-grünen Landesregierung hofft ebenfalls auf einen raschen Richterspruch gegen den BER-Gründungsmanager. Die grünen Senatorinnen für Wirtschaft und Verkehr, Ramona Pop und Regine Günther, werfen Lütke Daldrup zudem „Verstöße gegen den ökologischen Imperativ“ vor. „Kaum ist der Flughafen eröffnet, werden dort auch Flugzeuge landen und starten“, fürchtet Günther. „Und längst nicht alle Passagier*innen werden mit der S-Bahn oder Fahrrad oder Fahrrätin anreisen, sondern sogar Autos nutzen. Das sind diese stinkenden Klimakiller mit Brennstoffmotor. Das kann ein Gericht einfach nicht akzeptieren!“

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Ramona Pop, die vor zwei Jahren schon den Rückzug des Internet-Giganten Google von Plänen zu einem Start-up-Campus in Berlin erfreut begrüßte („Viel zu gewinnorientiert“), stimmt der Parteifreundin zu. Im Übrigen sei das gesamte Konzept des BER veraltet. „Da ist immer von wirtschaftlichem Wachstum die Rede. Aber wozu brauchen wir Wirtschaft? Wir sind doch ein reiches Land!“ (PAR)

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