Angesichts der zunehmenden Aufhebung von Lockdown-Verfügungen seitens Bund und Ländern formiert sich in Deutschland eine breite Pro-Corona-Schutzmaßnahmen-Bewegung (PC). Ihr zentrales Anliegen formuliert die Vereinsvorsitzende Manuela Peters: „Aus ästhetischen und zivilisatorischen Gründen sollen zumindest die Abstands- und Hygiene-Regeln dauerhaft beibehalten werden, unabhängig von der Entwicklung der Infektionszahlen und der Pandemie.“

Die 42-jährige Grafikdesignerin aus Düsseldorf erläutert ihr ganz persönliches Motiv: „In der Wohnung nebenan wohnt eine Familie mit zwei Kindern im Teenager-Alter. Vor Corona war es mir jeden Tag ein Gräuel, den pubertierenden Kindern mit ihren mauligen, ständig miesgelaunten Visagen möglicherweise im Treppenhaus zu begegnen. Das hat mich stimmungsmäßig völlig runtergezogen. Jetzt sind die beiden wahrscheinlich noch genauso dauerbeleidigt, aber sie tragen eine Gesichtsmaske, so dass ich davon nichts mitbekomme. Ich sehe nur noch ihre Augen und kann mir sogar einbilden, sie lächeln mich unter der Maske an.“

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Ganz andere Überlegungen ließen den 28-jährigen Alex H. (dieser und die folgenden Nachnamen sind der Redaktion bekannt, werden aber auf Bitten unserer Gesprächspartner abgekürzt) aus Magdeburg der Pro-Corona-Bewegung beitreten. „Meine querschlanke und massiv transpirierende Schwiegermutter wohnt nur wenige Straßen entfernt, sie kam früher regelmäßig, um ihre Tochter zu besuchen, und zur Begrüßung zog sie mich stets an ihre Brust. Sie roch selten gut. Seit Corona bleiben wir auf 1,50-Meter Abstand und sie kann mich allenfalls noch zum kurzen Ellbogen-Bump nötigen. Ich sage Ihnen, das macht das Leben viel freundlicher!“

Metzgerin Claudia M. aus Schleswig-Holstein arbeitet im Geschäft mit ihrem Mann zusammen. „Er ist tüchtig, der Karl, aber wirklich keine Schönheit“, sagt die 54-Jährige. „In unserer Branche würde man sein Gesicht ‚Hackfresse‘ nennen. Aber seit er die Maske trägt, sieht er deutlich besser aus. Fast schön.“ Aus Sicht der Fleischerin „ist Deutschland durch die Masken schöner geworden und ich habe Angst vor dem Tag, an dem wieder alle Gesicht zeigen dürfen.“ Ihrem Karl versuche sie schonend beizubringen, dass er seine Maske nie mehr ablegen solle.

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Der bekennende Islamist Hussein C. (35) aus Berlin-Neukölln kann den Gesichtsmasken ebenfalls viel abgewinnen. „Mohammed hat unseren Frauen ein sittsames und schamhaftes, auf Koketterie und unnötige sexuelle Aufreizung der Männer verzichtendes Auftreten verordnet“, so C.. „Mit dem Tragen der Gesichtsmaske folgen nun auch die ungläubigen Frauen dieser Vorschrift.“ Damit sei ein großer Fortschritt erzielt, „jetzt müssen wir diese Schlampen nur noch dazu bringen, auch ein Kopftuch zur Verhüllung ihrer Haare zu tragen. Oder am besten gleich eine Burka.“

Die Krankenschwester Mareike S. (46) aus Schleswig-Holstein möchte vor allem die Hygieneregeln über die Pandemie hinaus retten. „Dass sich mein Mann und unser 15-Jähriger zumindest mal nach dem Klo die Hände waschen, hat es früher nicht gegeben. Aus Angst vor Corona stehen sie jetzt ständig vor dem Waschbecken. Wir sollten darum den Panikgrad lange aufrecht erhalten und sagen: Corona ist und bleibt Realität.“

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Die Zwillinge Lisa und Lena aus Sachsen machen gerade ihr Abitur. Sie mögen die Corona-Zeiten, „weil Oma und Opa uns weiterhin kleine Geldgeschenke überweisen. Aber wir müssen sie seit Monaten nicht mehr besuchen, und haben darum viel mehr Zeit, mit unseren Freunden abzuhängen.“

Wendelin H. aus Köln hat vor allem seine Kollegen im Blick, wenn er dem Mundschutz noch eine lange Zukunft in Deutschland wünscht. „Ständig futtern die mittags am Imbiss an der Ecke Brötchen mit Mett oder Döner mit Zwiebeln. Ich habe eine sehr feine Nase, mir hat ihr Mundgeruch regelmäßig den Magen umgedreht. Jetzt ist das viel besser!“ Allerdings setzt Wendelin auf eine schärfere Verfügung, die es zur Pflicht machen soll, dass die Gesichtsmasken regelmäßig gewechselt werden müssen. “Der Hannes, der immer Mettbrötchen isst, hat vor drei, vier Wochen nach dem Essen mal in seine weiße Maske genießt. Da muss er noch Speisereste im Mund gehabt haben. Am Anfang habe ich nichts gemerkt. Aber jetzt verfärbt sich das Ding allmählich grün, es stinkt zunehmend nach Verwesung. Und die Fliegen, die ihn inzwischen ständig umschwirren, sind auch nicht schön.“ (PAR)

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