Bislang mussten sich Frauen von den arg chauvinistischen Sternzeichen sehr allein gelassen fühlen, Foto: Shutterstock

Erlösung für Frauen, die zwischen 22. Dezember und 20. Januar ihren Geburtstag feiern: Ab 2021 müssen Sie sich aufgrund ihres Sternzeichens nicht mehr als „Steinbock“ vermännlichen lassen. Die große Koalition hat unmittelbar vor dem Jahreswechsel beschlossen, dass das Horoskop endlich gegendert wird – und so gibt es ab sofort neben dem Steinbock auch eine „Steingeiß“.

„Es wurde höchste Zeit, dass da mal überholte Zipfel abgeschnitten werden“, sagte Angelique-Elvira Werhahn-Kleinepeter-Schmitz, Gleichstellungsbeauftragte der Bundesregierung, im Gespräch mit Pardon. „Seit zweieinhalbtausend Jahren werden wir Frauen durch Macho-Horoskope und einen Sternenhimmel, der angeblich nur das eine Geschlecht kennt, unterdrückt. Aber Frauen haben nicht länger Bock darauf, als Steinbock zu gelten, wenn sie doch eigentlich Steingeiße sind.“

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Die Reform beschränkt sich natürlich nicht auf ein einzelnes Sternbild. Ebenfalls ans Gemächte geht es dem Wassermann: Ab 21. Januar gelten Frauen und Mädchen, die in dieser Konstellation (bis zum 19. Februar) geboren wurden, wahlweise als Nixen, Sirenen oder Wasserfrauen. „Das generische Maskulinum ist überholt“, sagt die Regierungsbeauftragte. Und das Muster setzt sich fort: Zum „Löwen“ (23. Juli bis 23. August) tritt nach der „regierungsamtlichen Bestimmung für eine geschlechtsneutrale Bezeichnung von Sternen- und Sterninnenkonstellationen“ eine „Löwin“, zum „Schützen“ (23. November bis 21. Dezember) eine „Schützin“.

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Gewöhnungsbedürftiger wird sein, dass Frauen, die zwischen dem 21. März und 20. April das Licht der Welt erblickten, nach Neujahr als „Schaf“ zu bezeichnen sind – denn der „Widder“ ist ihr eindeutig männliches Pendant. Der „Krebs“ (22. Juni bis 22. Juli) wird für Männer und Frauen zum „Krebstier“, um dem Missverständnis entgegenzuwirken, es handele sich in jedem Fall um ein männliches Wesen

Zugleich wird der bisherige „Skorpion“ (24. Oktober bis 22. November) je nach Geschlecht aufgeteilt in „Skorpionmännchen“ und „Skorpionweibchen“. Bis zuletzt umstritten war eine gerechte Lösung für „der Fisch“ (20. Februar bis 20. März): Dieses Sternenbild bleibt für männliche Geburten erhalten, aber Mädchen, die in diesem Zeitabschnitt zur Welt kommen, gelten künftig als „Fischin“.

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Nichts ändern wird sich indes für die Waage (24. September bis 22. Oktober); sie bleibt für Männer wie Frauen einheitlich feminin. Vorschläge aus der Union, künftig neben „die Waage“ (für Frauen) zusätzlich „der Wagen“ (für Männer) einzuführen, wurden abgeschmettert. Angelique-Elvira Werhuhn-Kleinepeter-Schmitz: „Eine absurde Idee! Erstens haben Waage und Wagen etymologisch gar nichts miteinander zu tun, sonst könnte ich auch Löwe und Möwe bündeln – oder was sich sonst noch darauf reimt. Und zweitens leben wir in der Zeit des öffentlichen Personennahverkehrs, des Fahrrads und des Fußgängers. Warum sollten wir da den Begriff Wagen aufwerten, der mit dem überholten Konzept des Individualverkehrs und des Autos verknüpft wird?“

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Unverändert bleibt auch die „Jungfrau“. So werden Männer und Frauen bezeichnet, die zwischen dem 24. August und 23. September zur Welt kommen. Werhuhn-Kleinepetra-Schmitz: „Sollte sich ein Mann beschweren, dass er sich nun in einem generischen Femininum einrichten muss, kann ich ihm nur sagen: Pech gehabt, alter weißer Mann! Ein paar Tausend Jahre lang mussten wir umgekehrt eure Dominanz am Himmelszelt erdulden!“

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Nicht aus dem Schneider ist der geschlechtsneutrale Zwilling (21. Mai bis 21. Juni). Künftig können Frauen darauf bestehen, als „Zwillingsmädchen“ (bis 16 Jahre) oder „Zwillingsfrau“ angesprochen zu werden. Das heißt: Horoskope in Zeitungen, in denen nach dem 1. Januar nur von „Zwilling“ die Rede ist, können kostenpflichtig abgemahnt werden. Angeblich hat die Deutsche Umwelthilfe schon eigene Anwälte dafür angestellt.

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Für Streit dürfte indes die Neudefinition des Sternzeichens „Stier“ (21. April bis 20. Mai) sorgen. Ihm entspricht in der weiblichen Form die Kuh. Das findet Werhuhn-Kleinepetra-Schmatz „ganz, ganz schlimm“. Denn welche Frau wolle schon auf die Frage, als was sie geboren sei, mit „Kuh“ antworten. Werhuhn-Kleinepetra-Schmitzine findet indes eine Lösung: „Im Zeichen des Stiers, ich meine: der Kuh geborene Frauen und Mädchen dürfen sich künftig ein ganz spezielles weibliches Sternzeichen aussuchen. Zum Beispiel Katze, Giraffe, Tausendfüßlerin, Hyäne, Corona, Wildsau, Natter oder Mutzelputzelpinseläffchen.“ (PAR)

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