Minister Heil ist stolz. Gerade hat er Gabelstaplerfahrer Mike in Chemnitz ein eigenes (allerdings gebrauchtes) Fahrzeug in dessen Keller im Home Office gestellt, Foto: Picture Alliance

Hubertus Heil macht ernst: Der Bundesarbeitsminister hat gerade erst seinen Gesetzesentwurf für ein Recht auf Home Office vorgestellt. Doch bei diesen zwei Tagen pro Monat, die Arbeitnehmer künftig zusätzlich zum Urlaub zu Hause verbringen dürfen, soll es nicht bleiben. Der Sozialdemokrat hat weitere Pläne.

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So soll der Arbeitgeber auch verpflichtet werden, die Angestellten daheim mit Erfrischungen (zumindest Wasser, nach Wahl mit oder ohne Sprudel), Kaffee (gern alternativ Latte oder Espresso, auf Wunsch entkoffeiniert und in jedem Fall aus Fair Trade) zu versorgen. „Es darf nicht sein, dass Angestellte im Home Office schlechter gestellt werden, nur weil sie ein Gesetz in Anspruch nehmen, das sie besser stellen soll“, sagte Heil. Im Zweifel müsse man individuelle Absprachen treffen. „Ich könnte mir vorstellen, dass neben Mike auch weitere Gabelstapelfahrer einen eigenen Gabelstapler bekommt, und eine Friseurin ihren eigenen kleinen Shop auf der Terrasse. Arbeitgeber oder Arbeitgeberinnen bezahlen dafür, bekommen dann aber natürlich auch einen hohen Anteil aus nachweisbaren Einnahmen. Also bis zu 50 Prozent.“

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Und wer im Betrieb Zugang zu einer Kantine hatte, soll auch daheim nicht hungern oder dürsten. „Der Arbeitgeber wird Angestellten im Home Office Verpflegungsgutscheine für die nächstgelegenen Restaurants ausstellen oder, je nach Arbeitszeit, für den örtlichen Späti.“ Denn allzu häufig habe er in den vergangenen Monaten gehört: „Home Office ist prima, nur die Küche daheim ist eine Zumutung.“

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Haben Angestellte bislang in ihrem Unternehmen nicht ebenerdig gearbeitet und konnten einen Aufzug in Anspruch nehmen, soll der Arbeitgeber verpflichtet werden, sie auch daheim mit einem Lift auszustatten – falls es baulich nicht anders geht, soll auch ein Treppenlife ausreichen. „Wenn das Home Office einen Stockwerk oberhalb des Schlafzimmers oder gar im Keller liegt, kann niemand erwarten, dass jetzt jemand Treppen steigt, der bislang bequem befördert wurde“, erläuterte der Minister. „Gleichzeitig investieren wir damit in altersgerechtes Wohnen. Und außerdem sorgen wir für einen Boom in der notleidenden Aufzugbranche.“ Wichtig sei allerdings, „dass sämtliche Materialien für den Aufzug recyclingfähig sind, den Zero-Waste-Ideen folgen und im Betrieb wenig Energie erfordern.“

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Verhindert werden soll auch eine soziale Vereinsamung. „Wer im Büro bislang ein Zigaretten- oder Dampferpäuschen machte oder sich mit dem Kaffee zu den Kolleginnen und Kollegen in der Küchennische traf, soll eine Fahrtkostenpauschale für den öffentlichen Nahverkehr erhalten, damit er zu den entsprechenden Zeiten kurz ins alte Unternehmensgebäude fahren kann.“ Damit entsprechende Verabredungen möglichen seien, müssten künftig alle Angestellte mit einem Firmen-Handy ausgestattet werden. „Und ein Laptop des Unternehmens gehört natürlich auch dazu – wenn die Vorgesetzten erwarten, dass man von daheim arbeitet, muss man auch online angeschlossen sein.“

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Als „verfrüht“ bezeichnete Heil Spekulationen, dass Arbeitnehmende künftig auch entscheiden dürfen, wer ihre Chefs sind. „Das ist natürlich eine gute Idee“, so der Minister. „Aber das packen wir erst nächstes Jahr an.“ Diese Planung solle gemeinsam mit einer künftigen Urabstimmung in allen Betrieben über die Höhe der Gehälter realisiert werden. „Dann allerdings müssen die Vorgesetzten und Vorgesetztinnen auch ihre eigenen Einkünfte offenlegen und die Belegschaft entscheiden lassen, welcher Anteil davon in einen europäischen Sozialfonds für internationale Solidarität abgeführt werden muss.“

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Dass derartige Ideen auf eine Überregulierung hinaus laufen, dementierte Heil. „Je weniger Unternehmerinnen und Unternehmer zu entscheiden haben, desto leichter wird es für sie. Auf die armen Angestellten kommt hingegen Mehrarbeit zu. Wenn die sich dazu nicht in der Lage sehen, können sie einen Administrator aus unserem Ministerium beantragen, der dann ins Unternehmen einzieht und die Dinge regelt.“

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Heil widersprach zugleich den erwartbaren Einwänden von Mittelstandsvertretern und anderen Gewinn-Fetischisten, dieses Paket an Auflagen werde zu teuer. „Wir denken darüber nach, das Ticket für Bus und Bahn, auf das die Angestellten ein Anrecht bekommen sollen, mit bis zu zehn Prozent zu bezuschussen. Im Gegenzug müssten Arbeitgeber in künftigen Stellenanzeigen den kleinen Hinweis ergänzen: ‚Nicht-Autofahrer werden bevorzugt‘ Verstehen Sie? Wir wollen ja auch das Klima schützen.“ Aber auch sonst solle man den Kostendruck nicht übertreiben. „Unternehmen sollen ja nicht unbedingt Gewinne machen, sondern ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern eine sichere Beschäftigung bieten“, sagte der Bundesminister für Arbeit und Soziales. „Deutschland ist ein reiches Land, da brauchen wir nicht auch noch profitorientierte Kapitalisten.“ (PAR)

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