Kompromiss in Berlin: Der Bundestag verzichtet nun doch auf einen Untersuchungsausschuss zur Wirecard-Affäre und zu möglichen Aufsichtsverletzungen seitens diverser Bundesministerien. Stattdessen wird die Bundesregierung eine der erfahrensten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften beauftragen, den Fall gründlich zu untersuchen, erfuhr Pardon aus zuverlässigsten Quellen. Bei der Gesellschaft soll es sich um EY (Ernst & Young) handeln.

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„EY bringt die dringend nötige Kompetenz mit, weil die ja schon seit 2009 das Zahlenwerk von Wirecard untersuchen“, hieß es im Umfeld von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD). „Bevor wir eine Laienspieltruppe aus dem Parlament mit diesen wichtigen Ermittlungen betrauen, lassen wir doch lieber die Profis dran.“

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Der Auftrag für EY laute, „alles penibel unter die Lupe zu nehmen, jeden Geldstrom nachzuverfolgen und zu klären, wie sich rein fiktive 1,9 Milliarden Euro in die Bücher schummeln ließen“. Auch solle EY Gerüchte prüfen, dass es den angeblich auf der Flucht befindlichen Wirecard-Vorstand Jan Marsalek gar nicht gibt und er ebenso ein Phantasieprodukt ist wie das fehlende Geld.

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Der Informant weiter: „Der Auweiacard-Skandal wird so gründlich seziert wie es das nicht mehr gab seit der von Rembrandt dokumentierten Anatomie des Dr. Tulp. Es wird kein Steinchen auf dem anderen bleiben, alles wird auf den Tisch kommen, jede Verfehlung und Verantwortlichkeit aufgedeckt.“ Man müsse sich das „so vorstellen wie in einem guten Tatort, wo die Kommissare unbeirrbar jedem Hinweis nachgehen und nach 90 Minuten die Täter überführt haben“. Sollte EY Probleme haben, „dürfen die auch die Kollegen von KPMG zur Verstärkung heranziehen – die haben ja seit Herbst den damaligen Dax-Konzern ebenfalls untersucht und manche kritische Frage gestellt. Aber weil KPMG damals nicht gemerkt hat, dass fast zwei Milliarden Euro gar nicht existent sind, werden sie diesmal vielleicht mit besonderer Akribie nachfassen.“

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Im Ministerium von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) setzt man auf eine „tiefgehende und rasche“ Erledigung der Untersuchung durch EY, um weiteren Schaden von Deutschland als Standort für Finanzdienstleister abzuwenden. „Darum“, so ein Sprecher am Freitag, „gibt es für EY eine Frist: Sie müssen den Prüfungsbericht bis Anfang der kommenden Woche vorlegen.“ (PAR)

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